Karies: „Good Guys“ gegen „Bad Guys“

Karies ist die Folge eines gestörten Gleichgewichts der Mundflora: Es verschiebt sich zugunsten von säureproduzierenden Bakterien, die in der zuvor gesunden „Mischkultur“ in geringerer Zahl schon vorhanden sind. Glücklicherweise ist dieser Prozess umkehrbar, sobald wieder ein gesundes Gleichgewicht hergestellt ist. Unser kausales Konzept verfolgt genau diesen Ansatz.

Schonende Karies-Behandlung

Kariöse Läsionen (Zahnlöcher) behandeln wir so schonend wie möglich, um möglichst viel natürliche Zahnsubstanz zu erhalten. Deshalb gehen wir bei der Präparation minimal-invasiv vor: Es wird nur soviel vom erkrankten Zahn entfernt, wie notwendig.

Hochwertige Materialien – stabil und ästhetisch

Zur Restauration der Zähne kommen verschiedene metallfreie, hochentwickelte Materialien zum Einsatz, wie zum Beispiel spezielle Dental-Keramiken oder moderne Komposit-Materialien. Den Farbton stimmen wir selbstverständlich auf Ihre natürliche Zahnfarbe ab – so ist die kleine „Reparatur“ fürs menschliche Auge so gut wie unsichtbar.

Für kleine Restaurationen

Moderne Kunststoffe, Komposites oder Keramiken werden in Klebetechnik so mit dem Zahn verbunden, dass ein dichte Verbindung zum natürlichen Zahn entsteht. Dies ist wichtig,  damit keine neuen Bakterien zwischen Füllung und Zahnschmelz eindringen können.

Bei größeren Zahndefekten

Nicht immer sind gleich Kronen notwendig – größere Zahnsubstanzverluste können mit Einstückfüllungen (sogenannten Inlays und Onlays) oder Teilkronen versorgt werden. Dabei wird der eigene Zahn weitestgehend erhalten.

Verlängerte Gewährleistung

Laborgefertige hochwertige Restaurationen lassen wir in einem deutschen Meisterlabor fertigen. Da wir von der Qualität der Arbeit überzeugt sind, können wir unseren Patienten bis zu 5 Jahre Gewährleistung anbieten.

Kennen Sie Ihr persönliches Karies-Risiko?

Als Zahnarztpraxis wollen wir Zahnkrankheiten wie Karies und die ebenfalls sehr verbreitete Parodontitis möglichst verhindern, bevor sie entstehen. Dazu gehören regelmäßige Untersuchungen und prophylaktische Behandlungen (Vorsorge).

Moderne Karies-Diagnostik

Die Bakterien-Flora eines Menschen ist so individuell wie der Fingerabdruck oder die Regenbogenhaut (Iris) des Auges. Ebenso individuell ist unser Therapiekonzept. Für eine gezielte Behandlung müssen wir Sie als Patient also ganz genau kennen lernen!

Moderne Karies-Testverfahren

Dabei helfen uns heute hochmoderne Methoden, um das persönliche Risiko von Zahnkrankheiten genau einzuschätzen. Neben der klinischen Untersuchung mit Lupenbrille stehen verschiedene Testverfahren zur Verfügung. Wie die Einzelteile des Puzzles zeigen die Ergebnisse ein „Gesamtbild“ des Risikos:

  • Der Milchsäure-Indikator-Test kann genutzt werden, um die Aktivität der säurebildenden Bakterien zu bestimmen.
  • Speicheltests werden eingesetzt, um die Schutzwirkung (Säure-Puffer) oder die Menge des produzierten Speichels zu messen.
  • Verschiedene andere, komplexere Testverfahren geben uns noch genaueren Aufschluss über die Bakterienbesiedelung und -aktivität.

Biotop Mundhöhle

In der Mundhöhle wurden bisher über 700 verschiedene Bakterienarten entdeckt. Gutartige („Good Guys“) wie auch schädliche Keime („Bad Guys“) siedeln und leben hier nebeneinander — millionenfach! Sie bilden selbstorganisierend ein ausgeklügeltes System, das ihr Überleben als Gemeinschaft stark vereinfacht: einen bakteriellen Biofilm.

Bakterien-Leben im Biofilm: Das große Gewimmel

Biofilme sind für uns als schleimig-glitschiger Überzug auf allen möglichen Oberflächen bemerkbar (so z. B. auch auf Kieselsteinen in einem Bach). Der Biofilm im Mund lagert sich vor allem auf den Zähnen und auf der Zunge ab.

In diesem Verbund halten die Mikroben fest zusammen: Sie tauschen miteinander Stoffe und Signale aus, regulieren ihre Lebensprozesse und schützen sich gegen Einflüsse von außen. Sie nutzen die Nährstoffe, die wir täglich zu uns nehmen, für ihre Zellteilung (Vermehrung) und ihr Wachstum.

Selbstregulierendes System

Dabei regulieren sich die verschiedenen Arten so, dass keine von ihnen Überhand nimmt – das System befindet sich im Gleichgewicht (Homöostase). Für fremde Keime, die als „Störenfriede“ aus der Außenwelt eindringen, bleibt dadurch kein Platz in der Mundhöhle: Jede Nische im „Ökosystem Mund“ ist millionenfach besetzt.

Was aber, wenn dieser gesunde Zustand gestört wird? Dann verschiebt sich das Gleichgewicht zugunsten der „Bad Guys“ und Zahnkrankheiten entstehen. Dann kommt es auf die richtige Unterstützung an, um das System wieder ins gesunde Gleichgewicht zu bringen.

„Bad Guys“ lieben Zucker – und bewirken Karies

Das ausgewogene Zusammenleben der Bakterien im Biofilm wird nachhaltig gestört, wenn die Zucker-Konzentration über längere Zeiträume erhöht ist: Die schädlichen Bakterien, vor allem die Art Streptokokkus mutans, vermehren sich explosionsartig und wandeln den Zucker in Milchsäure um – für Zähne eine hochaggressive Substanz.

Ganz besonders der weiße Haushalts-Einfachzucker (aber auch der Fruchtzucker im Fruchtsaft!) treibt den Bakterien-Stoffwechsel an, sodass schnell viel Säure entsteht.

Vollständiger Verzicht auf Süßes?

Entscheidend ist übrigens mehr die Zeitspanne, in der Zucker verfügbar ist, als die auf ein Mal anfallende Menge. Ein vollständiger Verzicht auf Süßes ist also nicht notwendig! Bereits die Vermeidung von längeren Zucker-Zeitspannen entzieht den „säureliebenden“ Keimen im oralen Biofilm die Lebensgrundlage.

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Gefährliche Verschiebung

Bei regelmäßiger bzw. anhaltender Zucker-Verfügbarkeit verschiebt sich das Säure-Base-Gleichgewicht (pH-Wert) mehr und mehr in den sauren Bereich. Dadurch verdrängen die Mutans-Streptokokken als Säure-„Spezialisten“ die ungefährlichen „Generalisten“ im dentalen Biofilm: Gegen ihr schnelles Wachstum und ihre hohe Säureproduktion sind die „Good Guys“ chancenlos.

Um diese nachteilige Gleichgewichtsverschiebung auszugleichen, muss der Wirt (also wir) die sauren Stoffwechselprodukte der Bakterien ständig neutralisieren. Dafür spielt der Speichel eine tragende Rolle.

Speichel: natürlicher Jungbrunnen für die Zähne

Die Neutralisierung geschieht durch einen daurnden Mineralien-Austausch zwischen Speichel und Zahnschmelz. Der Austausch wird dadurch möglich, dass gesunder Speichel mit Kalzium und Phosphat übersättigt ist. Die hohe Konzentration dieser beiden Mineralien bildet einen wirksamen „Puffer“ gegen Säuren (wie z. B. die bakterielle Milchsäure von Strep. mutans).

Fluorid schützt – Säure demineralisiert

Zudem enthält Speichel in kleinen Mengen auch Fluorid, das als Katalysator die Reparaturfunktion fördert. Ohne diese reparierende Funktion des Speichels (Remineralisierung) würden Zähne in der Mundhöhle keinen Bestand haben!

In einem übermäßig sauren Millieu allerdings reicht dies nicht mehr aus. Nun tragen die Mineralien in den Zähnen zur Säure-Neutralisierung bei und setzen Kalzium und Phosphat frei. Zahnschmelz und Dentin beginnen, sich nach und nach aufzulösen (Demineralisierung). Es bilden sich die typischen Zahnlöcher — so entsteht Karies!

Die Bakterien-Flora eines Menschen ist so individuell wie der Fingerabdruck oder die Regenbogenhaut (Iris) des Auges. Ebenso individuell ist unser Therapiekonzept. Für eine gezielte Behandlung müssen wir Sie als Patient also ganz genau kennen lernen!

Wann dürfen wir Sie in unserer Praxis begrüßen? Hier können Sie einfach und direkt einen Termin online anfragen.

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